Langsame nächtliche Stillpause

Verein für ganzheitlichen Kinderschlaf, Merkblatt für Eltern: Nächtliche Stillpause, Oktober 2023 Daniela Butcher

 

Langsame nächtliche Stillpause:
Die langsame nächtliche Stillpause eignet sich dann, wenn die Mutter nicht zu erschöpft ist, das Kind schon älter ist (mindestens 1,5 Jahre alt, besser 2 Jahre) und es keinen Zeitdruck gibt. Dieser Prozess kann dann einige Monate dauern, dafür kann das langsame nächtliche Abstillen dann ganz ohne Tränen gelingen. Je älter das Kind ist, umso einfacher gestaltet sich diese Vorgehensweise.

 

Und so kann die langsame nächtliche Stillpause ganz konkret umgesetzt werden:

  • Viel mit dem Kind darüber sprechen, das Kind soll verstehen, dass die Brust nachts schläft und eine Ruhepause braucht.
  • Kein Zwang: nicht verweigern, wenn das Kind dann doch stillen möchte.
  • Das Kind soll von sich aus in der Nacht Woche für Woche weniger Brustmilch trinken, stattdessen kann auch Wasser und Essen (Banane) angeboten werden.
  • Am schwierigsten können sich hier das Einschlafen und Aufwachen gestalten. In der Früh kann man versuchen, gleich aufzustehen und das Kind abzulenken – wenn das aber gar nicht geht, das Kind auch wieder trinken lassen. Beim Einschlafen viel sprechen und erklären, das Kind kurz trinken lassen, dann abdocken und dem Kind zum Beispiel sagen: „Versuche, ohne Trinken einzuschlafen, ich bin bei dir.“ Halten, streicheln, kuscheln, etc. alles tun, das dem Kind Sicherheit gibt und helfen kann.
  • Wenn es ohne Brust nicht funktioniert, das Kind wieder trinken lassen und nochmals probieren. Immer wieder trinken lassen, abdocken und zum Schlafen hinlegen, so lange, bis das Kind schläft. Das kann auch bis zu 1,5 Stunden dauern.
  • Wird das täglich und über mehrere Monate konsequent hinweg gemacht, wird die Zeit zum Einschlafen immer kürzer werden und auch die Nachfrage nach der Brust verringert sich.
  • Die letzten Wochen nur noch kurz 10-20 Sekunden trinken lassen und dann von der
    Brust abdocken, bevor geschlafen wird.
  • Hilfreich für das gänzliche nächtliche Abstillen kann dann ein gesetztes Datum sein (Bsp. Vollmond, NICHT Geburtstag) – Drei Tage davor erklären, dass es ab dann keine Milch mehr gibt. Erklären, dass das Kind und die Mutter das gemeinsam gut schaffen
    werden.
  • Auf das eigene Gefühl hören. Spüren, wann ich als Mutter, aber auch, wann das Kind
    soweit ist. Das Kind stark miteinbinden in den gesamten Prozess des Abstillens.
  • Das Kind immer miteinbinden: Was würde dir helfen? Wie kannst du es schaffen, ohne
    Brust einzuschlafen?

Ganz wichtig: Lass dein Kind während des gesamten
Prozesses nie alleine! In dieser Zeit braucht dein Kind
sehr viel Liebe, Geborgenheit, Sicherheit und
Mitgefühl!


Renz Polster, Herbert und Imlau, Nora: Schlaf gut Baby, München, GU Verlag, 2018
https://rabeneltern.org/index.php/wissenswertes/schlafen-wissenswertes/1221-besser-schlafen-im-familienbett
https://www.still-lexikon.de/beikost-und-abstillen/
Havener, Katherine: Nursies when the sun shines, Elea Press, 2013

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